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Magisterarbeit
Weblogs in der Unternehmenskommunikation
Dateigröße: 808 KB
Anhang D: Screenshots von den untersuchten Corporate Blogs
Dateigröße: 21,1 MB
Knapp sechs Jahre ist es her, dass die Dotcom-Blase zerplatzte und damit einen Wendepunkt für den wachsenden Internetmarkt kennzeichnete. Die „New Economy“ war aber nicht komplett zusammengebrochen. In den nachfolgenden Jahren entwickelten sich zunehmend neue interaktive Technologien und Dienste, die einen Wandel in der Nutzung des Internets vollzogen haben. „Web 2.0“ wird als Inbegriff dieser Weiterentwicklung im Internet genannt und lässt sich keiner einzelnen Technologie oder einem bestimmten Ereignis zurechnen, sondern beschreibt die Wahrnehmung einer grundlegenden Veränderung, die sich etwa seit 2004 im Internet anbahnt. O'Reilly Media und MediaLive International prägten mit ihrer ersten Web 2.0 Conference den Begriff im Oktober 2004. Auf der Konferenz diskutierten die Teilnehmer die aktuelle Entwicklung des Internets zu einer interaktiven Plattform, die verschiedene Medienformate miteinander verknüpft. Der Begriff Web 2.0 wird allerdings häufig unscharf definiert und benutzt, insbesondere bei der Vermarktung neuer Internetanwendungen und der Aufwertung ihrer Bedeutung. Daher wird seine Verwendung oft kritisch betrachtet.

Eine Anwendung, die im Zusammenhang mit der Entwicklung des Web 2.0 häufig genannt wird, ist das Weblog, oder kurz Blog. Es stellt eine Weiterentwicklung der persönlichen Homepages dar und verändert grundlegend die Möglichkeiten im Internet zu publizieren und zu kommunizieren. Dieses neue Format beschäftigt seit einiger Zeit Wissenschaftler, Journalisten und Internetnutzer gleichermaßen.

Andrew Sullivan, ein bekannter amerikanischer Blogger, erkennt in Weblogs eine „publishing revolution more profound than anything since the printing press“. Möller sieht in der Weblog-Bewegung ebenfalls eine Medienrevolution, die sich heimlich und in kleinen Schritten vollzieht. Zerfaß & Boelter diskutieren Weblogs als neue Meinungsmacher und Gillmor bezeichnet sie in seinem Werk "We the media" als grassroot journalism, eine neue Form des partizipativen Journalismus.

Während sich die deutsche Internetgemeinde noch streitet, ob es ‚das’ Blog oder ‚der’ Blog heißt und eigens zu dem Thema zwei Blogs eingerichtet wurden, hat der Duden in seiner neuesten 24. Auflage bereits beide bestimmten Artikel aufgenommen. Weblogs verändern nicht nur die Kommunikation privater Internetnutzer, auch Institutionen, Unternehmen oder Politiker sind von dieser neuen kommunikativen Entwicklung betroffen. „Blogs Will Change Your Business“ prophezeit die Business Week auf der Titelseite ihrer Ausgabe vom 02. Mai 2005 und rät den Verantwortlichen im Unternehmen, sich mit dem Phänomen auseinanderzusetzen und es nicht zu ignorieren.

Weblogs sind aber nicht vollkommen neu, sondern existieren bereits seit einigen Jahren im Internet. Die Veröffentlichung von persönlichen und privaten Inhalten wird ebenfalls seit Anbeginn des Internets vollzogen. Warum werden Weblogs dennoch eine Wirkung zugeschrieben, welche die Online-Kommunikation von privaten Internetnutzern und Wirtschaftsunternehmen grundlegend verändern soll?

Dieser Frage geht die vorliegende Arbeit im Detail nach. Dabei wird besonders der Einfluss von Weblogs auf die Unternehmenskommunikation untersucht. Dieser wird im ersten Abschnitt der Arbeit anhand theoretischer Überlegungen diskutiert. Der zweite Abschnitt markiert den empirischen Teil der Arbeit, der anhand einer Inhaltsanalyse zweier Corporate Blogs das neue Kommunikationsinstrument in Bezug auf allgemeine Gebrauchsweisen und Kommunikation eingehender untersucht.

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